Digitale Welt: Lernen, Leben und Arbeiten

Gestern war es mal wieder soweit – zum wichtigen Thema, wie digitale Medien zukünftig Arbeiten und Leben verändern kam auch mal wieder Manfred Spitzer zu Wort, beim ARD,  Anne Will auf großer Bühne. Es erstaunt, dass seine Argumentation mittlerweile fast platt und ohne Rafinesse von ihm vorgetragen wird. Dabei liess auch das nicht darüber hinwegsehen, dass seine Medienkritik an zahlreichen Stellen völlig einseitig und überzogen ist, und pauschale Aussagen zu digitalen Medien und zur Mediennutzung macht. Spitzer bot auch gestern erneut neben Verbotsforderungen keine Handlungsansätze für eine altersangemessene Medienbildung, gerade auch für Kinder. Seine pauschalen Angriffe auf die Medienpädagogik entbehren jeder Grundlage, er ignoriert die medienpädagogischen Praxiserfahrungen und geht nicht angemessen auf vorhandene Forschungsergebnisse ein. Vielmehr verallgemeinert er ohne angemessene Darstellung der Grenzen von empirischer Forschung. Studien, die seine Thesen widerlegen, erwähnt er nicht. Eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung mit Spitzers Thesen findet sich an vielen Stellen im Netz, deshalb wird sie an dieser Stelle nicht wiederholt.
Kollege Heinz Moser (https://heinzmoser.wordpress.com/2012/09/01/digitale-demenz-das-holzschnittartige-mantra-des-herrn-spitzer/) hat es 2012 in einer gelungenen und sehr ausgewogenen Analyse auf den Punkt gebracht. Ein Hauptproblem Spitzers: Nicht alles, was korreliert steht auch in kausalem Zusammenhang. Es ist eben doch oft komplexer als es zunächst aussieht. Mein Fazit: Die pointiert vorgetragenen Thesen Spitzers tragen mehr zur Verwirrung bei, als zur Entschlüsselung tatsächlich drängender Fragen! Und leider nichts zum notwendigen und lösungsorientierten Anpacken für ein wichtiges Bildungsthema.

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