Qualität von Open Education, Open Educational Practices und Open Educational Resources

Jöran Muuß-Meehrholz von der Transferstelle OER, den viele als Aktivisten der Open Scene kennen hat mich, zusammen mit Jan Neumann, zum Thema interviewt. Das Ergebnis ist ein Podcast. Hier wiedergegeben von der Website der Transferstelle. Direktlink zum Podcast.

Qualitätssicherung gilt gemeinhin als die größte Herausforderung für OER. Allerdings ist häufig gar nicht klar, was damit gemeint ist. Was bedeutet das eigentlich, „Qualität“? – „Qualität ist das, was funktioniert. Und ob es funktioniert, ist aus jeder Perspektive anders zu bewerten”, sagt Prof. Dr. Ulf-Daniel Ehlers, Vizepräsident für Qualität und Lehre an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Ehlers diskutierte Themen wie Open Education und Qualitätssicherung bereits auf internationaler Ebene, als das Thema in Deutschland noch so gut wie gar nicht bekannt war. Er sieht als größeren Rahmen die Herausforderung, die etablierten Bildungsinstitutionen von geschlossenen in offene Einrichtungen zu entwickeln. Hierbei sei die Qualität von Bildungsressourcen ein sehr wichtiges Thema.

Der zweite Gesprächspartner im Podcast ist Jan Neumann vom Hochschulbibliothekszentrum NRW. Er sieht die Hochschulen als geschlossene Systeme, in denen eine Qualitätssicherung derzeit noch handhabbar sei. Insgesamt erkennt er ein logistisches Problem darin, freie Bildungsressourcen zu prüfen: „Es geht auch um die Komplexitätsreduktion: Wie kann ich schnell erkennen, ob OER eine gute Qualität haben?”

Die Debatte um Qualitätssicherung sei durch soziale Netzwerke und Beispiele wie Wikipedia auf ein neues Level geraten. „Lernende sind im Grunde mittlerweile Goldsucher“, sagt Ehlers und sieht im idealen Lernszenario den Lehrenden als Experten, als Kompetenzvermittler und nicht mehr nur als Bereitsteller von Ressourcen. Lernende sollen letztlich ihre eigenen Materialien – auch im Internet – suchen und bewerten können. Man müsse dabei aber klar zwischen Bildungsqualität und Ressourcenqualität unterscheiden. Gerade im Schulkontext werde leider viel zu schnell nach Formatierung und Rechtschreibung eine Ressource als gut eingestuft, in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit OER seien hier aber weitergehende Ansätze wichtig.

Bei den großen Debatten um MOOCs und OER besteht die Gefahr, die Debatte einseitig auf eine Content-Orientierung auszurichten. Es ginge häufig nicht mehr um den ganzheitlichen Bildungsprozess, bemängelt Ehlers, sondern nur noch um die Qualität der einzelnen Inhalte. „Wenn wir über Qualität reden, dann müssen wir auch über Open Education reden.” Und nicht nur über OER, sondern auch über OEP – Open Educational Practices. Qualität zeige sich am Ende nicht in einem einzelnen Material, sondern in dem Kontext, in dem das Material zum Einsatz kommt.

Direkt zum Podcast: http://open-educational-resources.de/2015/06/03/oer012-oer-qualitaet-und-qualitaetssicherung/

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